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Elon Murks | Am Steuer einer Space-X mit Friedrich Merz?

Während in Deutschland mal wieder mehrere hundert Milliarden Euro locker gemacht werden sollen, um das marode Autobahnnetz, verfallene Brücken, das Schienennetz, usw.usw.usw. zu sanieren oder auszubauen, passiert etwas, das eigentlich verrückt, aber mittlerweile „normal“ ist.  

Bei einer Expertenrunde zu diesem Thema, an der unter anderem der designierte Bundeskanzler Friedrich Merz, der Fraktionsführer Lars Klingbeil und eine Reihe weiterer Experten [Anm. d. Red.: tatsächlich nur Männer!] teilnehmen, geht plötzlich ein Telefonanruf von niemand anderem als Elon Murks ein. Ja, richtig gelesen – Elon Murks will Deutschland helfen! Der Mann, der Raketen rückwärts landen lässt und Twitter in Rekordzeit zugrunde gerichtet hat, hat einen Plan!

"Zehn Jahre Planung, Genehmigungen, Beton und Bagger? Das ist doch altmodischer Kram aus dem 20. Jahrhundert!", ruft Murks in seinem typischen Übermut, als er mit der Runde telefoniert. „Boring!", lautet das Urteil des Milliardärs über die Vorstellung, in Jahrzehnten eine Infrastruktur zu renovieren, die so aussieht, als käme sie direkt aus einem post-apokalyptischen Film.

Und was schlägt der gute Elon vor? Fliegende Autos! Keine Bürokratie, keine Baustellen, keine endlosen Staus und auch keine verärgerten Autofahrer. Stattdessen – fliegende Autos! Sogar zwei Alternativen hat er auf Lager! 

Der revolutionäre Vorschlag Nr. 1 für das Projekt „Flying Future Germany“ kommt vom Start-up Alef Aeronautics https://alef.aero/ seines Kumpels Jim Dukhovny. Das Unternehmen, das bislang nicht mehr als eine schlecht animierte PowerPoint-Präsentation auf der Webseite zeigt, produziert angeblich genau diese fliegenden Fortbewegungsmittel.

"Stellen Sie sich vor, die Deutschen steigen morgens in ihr Auto und fliegen ins Büro. Keine Staus, keine Schlaglöcher, keine nervigen Diskussionen über Tempolimits!", schwärmt Murks in seinem Gespräch. Dass es sich bei Alef Aeronautics bislang eher um eine Vision aus dem Silicon Valley als um ein funktionierendes Produkt handelt, interessiert den Space-X-Chef herzlich wenig. Details sind nur was für Bedenkenträger – und davon gibt’s in Deutschland schließlich genug.

Doch Elon Murks wäre nicht Elon Murks, wenn er nicht doch ein wenig auch an seinem eigenen Profit feilen würde. Da in seiner privaten Kommunikationswolke X nicht nur Nachrichten über den Mars, sondern mittlerweile auch reichlich rechte Gesinnung und Verschwörungstheorien kursieren, verzeichnen Teslas in Deutschland aktuell einen dramatischen Verkaufsrückgang. Stattdessen boomt der Verkauf von Aufklebern wie „I bought this before Elon went crazy“.

Doch Murks, der das größte Potenzial immer in sich selbst sieht, schlägt als zweite Variante vor, die deutsche Infrastruktur mit „Flying-Tesla-Nachrüstsets“ zu verbessern. „Stellen Sie sich vor, jedes Tesla-Auto fliegt – keine Staus, kein Parkplatzstress, und vielleicht lösen wir nebenbei auch das Wohnungsproblem in Deutschland, wenn sich die Leute einfach in der Luft ihre Parkplätze suchen und in ihren Autos wohnen!“, sagt Murks, der manchmal in seine Parallelwelt abdriftet.

„Schienen für Züge? Die braucht doch kein Mensch mehr! Züge sind wie Faxgeräte – benutzt ihr die wirklich noch?“, fragt er in seiner gewohnt spöttischen Art. Statt weiterhin Milliarden in marode Gleise zu stecken, schlägt Murks vor, Menschen in Vakuumröhren mit Überschallgeschwindigkeit von Arnsberg [Anm. d. Red: Merz’ Heimatstadt] nach Berlin zu katapultieren. "Wenn es die Menschheit auf den Mars schafft, dann kriegen wir auch das hin!", sagt Murks mit seinem typischen Optimismus.

Apropos Mars: Eine einmalige Chance für Friedrich Merz! Sollte der designierte Bundeskanzler sich tatsächlich von Murkss Ideen begeistern lassen, winkt ihm ein besonderes Angebot: 2028 dürfte Merz persönlich mit Murks in die unendlichen Weiten des Weltalls zum Mars aufbrechen – und das Beste: Er könnte das Steuer einer SpaceX-Rakete übernehmen! „Ich habe gehört, Sie haben einen Pilotenschein – das ist doch perfekt!“, freut sich Murks in seinem Telefonat.

Lars Klingbeil, der zukünftige Fraktionsführer der SPD, zeigt sich hingegen wenig beeindruckt von Murkss fliegenden Autos und Marsreisen, sieht aber doch ein anderes Potenzial: „Wenn Murks so scharf darauf ist, in den Weltraum zu fliegen, dann bitte schnellstmöglich. Am besten mit Friedrich Merz als Copilot. Das wäre ein echter Fortschritt für die Menschheit – mindestens ein Irrer weniger auf der Erde!“ 

Auf die Frage einer Journalistin, ob Lars Klingbeil das vielleicht näher erläutern könne, kam leider nur der typische Politikersprech: „Jetzt ist nicht die Zeit für Schnellschüsse. Wir befinden uns in engem Austausch mit den zuständigen Stellen. Sobald uns neue Informationen vorliegen, werden wir Sie umgehend informieren. Wir bitten um etwas Geduld und danken für Ihr Verständnis.“

Ob Friedrich Merz und Elon Murks 2028 tatsächlich ins All aufbrechen oder ob Deutschland sich dann immer noch mit Baustellen, Funklöchern, usw.usw.usw. herumschlägt, bleibt abzuwarten. 

Doch eines ist sicher: die nächste absurde Idee von Elon Murks ist nur einen Tweet entfernt. Vielleicht [Anm. d. Red.: hoffentlich?] demnächst sogar direkt aus dem Weltall.